Wie organisieren wir unsere Umwelt, unsere Nahrungsmittelproduktion, unseren öffentlichen Raum und unser Zusammenleben? Was tragen wir zum Gemeinwohl bei? Was ist uns wertvoll?

Der Landstrich Dunkelhölzli am Westrand von Zürich ist vier mal so gross wie die Josefwiese –   rund acht Hektaren. Früher war hier Landwirtschaft, jetzt plant die Stadt eine grüne Oase für die breite Bevölkerung. Der Verein Grünhölzli begrüsst diesen Plan und hat eine Vision, wie das Areal zum Leben erweckt werden könnte: Wir nennen es Grünhölzli.

Grünhölzli steht für einen modernen Stadtpark als Experimentierfeld, versteht sich als Kompetenzzentrum für Stadtgärten und urbane Landwirtschaft mit integrierter Naherholung. Hier wird zusammengeführt, was zusammengehört: Charmante Gewächshäuser einer alten Gärtnerei stehen geografisch im Zentrum – in Kombination mit wertvollem Kulturland rundherum. In den grosszügigen Gemeinschaftsgärten bauen verschiedene Gruppen und Familien Gemüse, Kräuter, Blumen und Obst an. Die Gärten sind in eine offene und naturnah gestaltete Landschaft eingebettet.

Neben dem Gärtnern kompostiert man gemeinsam, zieht Setzlinge an und tauscht Produkte, Ideen und Geschichten aus. Der ganze Betrieb ist offen und durchlässig, er orientiert sich an den Bedürfnissen des Quartiers. Wer sich aktiv einbringt, gestaltet mit.

Zudem werden hier die Früchte aus dem Garten direkt verarbeitet, Werkzeuge repariert, Schulungen und Treffen organisiert. Man trifft sich in der Gewächshaus-Beiz, welche das Gemüse direkt vom Areal zubereitet. In den grossen Räumen der Glashäuser werden auch Konzerte gegeben oder Theater aufgeführt.

Grünhölzli hat eine überregionale Ausstrahlung: Mit diesem Leuchtturm geht Zürich als Pionierin beim Thema urbane Landwirtschaft voran und leistet einen konkreten Beitrag in der Diskussion über zukunftsfähige Ernährung.

SAGEZU – Samengemeinschaftszucht Grünhölzli: Samenbaukurs mit Robert Zollinger

Sagezu ist ein neues Konzept zur Etablierung einer souveränen Samengemeinschaftszucht von Gemüse. In einem ersten Schritt wählte die Gartengemeinschaften Grünhölzli 2020 drei Gemüsearten aus – Stangenbohnen, Randen und Kohl. In einem Anbauversuch haben wir pro Art 6-8 Sorten ausgepflanzt, bonitiert und Sortenbeschriebe zur Evaluation des Nutzungspotentials erstellt. Pro Art wurde die Akzession mit den meisten erwünschten Eigenschaften ermittelt und zur weiteren Bearbeitung innerhalb der Gemeinschaft bestimmt. Ziel sind eigene Samen von fitten, speziell für unseren Garten geeigneten Sorten.

Der Initiator, Robert Zollinger (www.hortiplus.ch) wird uns dieses Jahr einen Samenbaukurs anbieten. Wir erhalten eine Einführung in die Samenzucht und die Saatgutvermehrung. Vorgesehen sind 9 Module à 2-4 Stunden, Kostenpunkt CHF 330. Für Interessierte wird es Anfangs Februar noch detailliertere Information geben. Meldet euch dafür unverbindlich bei: kontakt@corneliastaffelbach.ch.

Im Winterschlaf

Der Grünhölzli Garten liegt derzeit unter eine hohen Schneedecke. Über 30cm Neuschnee verwandeln die Beete, den Bauwagen und den Gemeinschaftsplatz in eine magische Winterlandschaft. Ein einzigartiger Anblick.

Die Stadt erwirbt die ehemalige Gärtnerei

Kurz vor Weihnachten hat der Stadtrat zum Kauf der ehemaligen Gärtnerei auf dem Gartenareal Dunkelhölzli für 2.46 Millionen zugestimmt, diese wird per 2022 ins Verwaltungsvermögen der Grün Stadt Zürich (GSZ) überführt. “Dank dem Erwerb können Infrastrukturbauten wie Lager- oder Gemeinschaftsräume erstellt werden, ohne dass fruchtbare Gartenflächen dafür aufgegeben werden müssen. Die Gewächshäuser der ehemaligen Gärtnerei können für die Setzlingsanzucht, die Produktion von wärmeliebenden Gemüsesorten oder für die Lagerung und
Verarbeitung der Ernte genutzt werden.” (Auszug aus der Medienmitteilung) Wir begrüssen diesen Kauf sehr und freuen uns, dass der Stadtrat den Wert dieser Anlage erkannt hat und die Entwicklung des Gartenareals mit diesem Kauf vorantreibt. 

Weitere Informationen zum Bauprojekt des Gartenareals Dunkelhölzli findet ihr hier
Die Medienmitteilung zum Kauf der Liegenschaft findet ihr hier

Es ist Obstzeit

Die Baumgruppe kümmert sich um die Obstbäume auf dem Grünhölzli Areal und hat 130 Kilogramm Äpfel geerntet. Daraus sind 60 Liter Süssmost entstanden, die an den Grünhölzli Veranstaltungen offeriert werden können. Die Baumgruppe kümmert sich neben der Baumpflege auch um die Zukunft der bestehenden Bäume auf dem Areal und wird koordiniert von Matthias Stocker und Monika Welti.

Einwintern im Grünhölzli

Langsam neigt sich die Gartensaison dem Ende zu, wir wintern gemeinsam ein. Die Gemeinschaft legte eine grössere Sammelstelle für Grüngut und Kompostmieten an, wobei eine dicke Kröte und zwei Feuersalamander beim Winterschlaf gestört wurden. Der Oekoservice unterstützte uns tatkräftig und installierte zwei schwere Troge bei den Wasserstellen. Der Gartenweg wurde erweitert und gut mit Holzschnitzeln ausgelegt. Alle Gärtnerinnen und Gärtner haben ihre Parzellen mit Laub und Heu eingewintert. Jetzt kann der Frost kommen.

Erntedankfest

Das Erntedankfest entwickelt sich zum traditionellen Gartenfest. Wir haben aus den Gartenschätzen ein festliches Buffet gezaubert und alle Grünhölzlis zum schlemmen und gemütlichen Beisammensein eingeladen. Der Bauwagen wurde offiziell eröffnet und zeremoniell getauft. Die Grünhölzlikinder freuten sich über ein Puppentheater und eine südamerikanische Band spielte bis spät in die Nacht. Die Gemeinschaft feierte ihr ertragreiches Gartenjahr. Herzliches Dankeschön all den fleissigen und motivierten Grünhölzlis für ihren Spöiz.

Der Bauwagen ist fertig

Dank der fleissigen Arbeit von Elena, Hedi und Manuel kann der Bauwagen nun in Betrieb genommen werden. Das Bauwagen Team hat in mehrmonatiger Handarbeit und mit viel Liebe fürs Detail einen alten Bauwagen zu einer gemütlichen, holzvertäfelten Gartenstube umgebaut. Der Gasherd und das Waschbecken dienen zukünftig als Küche, der Tisch als Gartenbüro, auch eine kleine Gartenbibliothek darf nicht fehlen. Aus recycelten Waschmaschinenglastüren entstanden lustige Gucklöcher, damit wir den Grünhölzli Garten nie aus dem Blick verlieren. Grosses Dankeschön für Euren riesigen Einsatz!

Zukunftsworkshop an der Mitgliederversammlung

An der rege besuchten Mitgliederversammlung wurde der aktuelle Vorstand wiedergewählt und für seine engagierte Arbeit verdankt. Der Vorstand nutzte das Zusammenkommen für einen Zukunftsworkshop. Gemeinsam entwickelten die Mitglieder eine Gartenvision, tauschten sich über das Grünhölzli aus und sammelten Projektideen fürs Gartenjahr 2021. Spannende Inputs sind entstanden wie: eine Outdoorküche, Bienen, einen Medizinal-Kräutergarten, Flachs-Anbau und vieles mehr. 2021 wird ein spannendes Jahr!

Sagezu mit Saatgut-Pionier Robert Zollinger

Das Sagezu ist ein Forschungsprojekt für alte Saatgutzucht. Robert Zollinger, Begründer von Zollinger Samen, begleitet die Gartengruppe “Sagezu” bei ihrem Saatgutprojekt: Verschiedene Sorten Kohl, Randen und Stangenbohnen werden auf 18 Beeten angebaut. Regelmässig trifft sich die Gartengruppe, tauscht sich über die Wachstumsstadien der Pflanzen aus, wässert und jätet. Natürlich landet auch ab und zu eine Rande oder Bohne im Kochtopf und stärkt die engagierten Grünhölzlis.

Spargelsalat, ein seltenes Gewächs
Neben den Sagezu Beeten hat Robert Zollinger zusätzlich verschiedene Sorten Spargelsalat angepflanzt. Am 13.7.2020 organisierte er eine Spargelsalat-Degustation für alle Interessierten. Die Blätter werden regelmässig abgepflückt und als Salat genossen. Am Ende bleibt der Strunk, der wie Spargel zubereitet wird.

Welche Bohne wird die zukünftige Grünhölzli-Bohne?
Am 3.9.2020 organisierte die Sagezu Gruppe gemeinsam mit Robert Zollinger eine Bohnen-Degustation. Wie unterschiedlich schmecken die Bohnen? Welche Farbe und Struktur zeichnen sie aus? Robert Zollinger teilt sein Bohnenwissen und führt die Gärtnerinnen und Gärtner durch die Degustation, am Ende kommt es zur spannenden Abstimmung: Die Gewinnerin ist die Blauhilde, eine Blauhölzli!
Es geht weiter, auf dem Pflanzplan der Sagezu Gruppe stehen für das Gartenjahr 2021: Forschungsgemüse sind Rettiche & Wurzelgewächse und je eine Sorte Kohl, Randen und Bohne wird für die Saatgutzucht angebaut.
Das Sagezu Forschungsprojekt wird von Cornelia Staffelbach koordiniert.

Ein Tomatenhaus fürs Grünhölzli

Über 15 Tomatensorten werden im neu angelegten Tomatenhaus angepflanzt. Das Tomatenhaus funktioniert nach einem fürsorglichen Patenprinzip. Gärtnerinnen und Gärtner sind Paten für 2 bis 5 Bio-Tomatenpflanzen. Sie pflegen und wässern ihre Tomatenkinder regelmässig und kreieren damit einen weiteren Begegnungsort im Grünhölzli Garten. Es entsteht ein Raum für Austausch, Spass und Schlemmen.
Das Projekt wurde von Dessi Krüger koordiniert und wird 2021 erneut durchgeführt.