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Als es im Dunkelhölzli einen See gab

Beim Dunkelhölzli in Zürich Altstetten suchen Archäologen seit einigen Wochen nach Fundstücken. Die Grabungen liefern interessante Details darüber, wie Zürich vor 4000 Jahren ausgesehen haben könnte. Die wohl interessanteste Entdeckung: in Altstetten schmückte einmal ein See das Landschaftsbild.

Der Radiobeitrag kann hier nachgehört werden. Und auch die Stadt Zürich informiert darüber.

«Tagesanzeiger»: Grabenkämpfe im Gartenparadies

Dass im Dunkelhölzli Grabenkämpfe zwischen Gemeinschaftsgärtnern und Familiengärtnern herrschen, ist eine  journalistische Übertreibung. Natürlich gibt es unterschiedliche gärtnerische Haltungen, aber die Vision von Grünhölzli ist, auf dem Areal Dunkelhölzli möglichst viele Garten- und Landwirtschaftsformen zu ermöglichen. Gemeinsam möchten wir einen Ort erschaffen, der vielfältig, lebendig und inspirierend ist. Auch FamiliengärtnerInnen und andere GärtnerInnen sind herzlich willkommen. Es ist jedoch wichtig, dass das gesamte Areal von einer Dachorganisation getragen wird, welche konzeptionel und organisatorisch eine Linie hat.  Hier der  Artikel des «Tagesanzeigers»

 

Medienmitteilung der Stadt Zürich zum Areal Dunkelhölzli

Der Stadtrat hat das Projekt für das neue Gemeinschaftsgartenareal behandelt und die Weisung verabschiedet. Das Areal soll für 12, 8 Millionen Franken umgebaut und ab 2019 als Park und Gartenareal der Bevölkerung übergeben werden. Das Projekt wird nun im Gemeinderat und der vorberatenden Kommission behandelt. Gespannt sind wir darauf zu erfahren, wieso das Projekt so viel kostet. Dies steht in der Weisung, die im anfangs kommendes Jahr öffentlich einsehbar sein sollte. Der Stadtrat äussert sich nicht darüber, was mit der zum Verkauf stehenden Gärtnerei werden soll.

«Für das neue Gartenareal Dunkelhölzli mit Gemeinschaftsgebäude und für die Bachöffnung Salzweg- und Thalbächli sowie archäologische Arbeiten beantragt der Stadtrat dem Gemeinderat einen Objektkredit von 12,788 Millionen Franken.

Während an verschiedenen Orten der Stadt Gartenflächen verloren gehen, soll im Dunkelhölzli in Altstetten ein neues Gartenareal entstehen. Der Grundstein dafür wurde 2014 durch die Umzonierung der Fläche in eine Erholungszone für Familiengärten und eine in ein Postulat umgewandelte Motion (GR Nr. 2013/184) gelegt.

Das Gesamtprojekt umfasst eine Fläche von 6,6 Hektar. Davon sind 3,8 Hektar für sechs grosse, offene Gartenfelder mit Erschliessung geplant und 2,8 Hektar für den weiträumigen, öffentlich zugänglichen Naherholungsbereich mit parkartigen Wiesenflächen und einem geöffneten Bach. Die Gartenfläche steht der Quartierbevölkerung für verschiedene Nutzungsformen wie Kleingärten und Gemeinschaftsgärten zur Verfügung. Die Vergabe erfolgt wie üblich durch Pachtverträge mit Trägervereinen.

Ein Netz von Fuss- und Bewirtschaftungswegen erschliesst das Gesamtareal sowie die einzelnen Gartenfelder. Das Zentrum der Anlage bildet ein Gemeinschaftsgebäude, das die notwendige Infrastruktur wie Toiletten, Rüsttische und Räume für den Betrieb bietet. Weitere Gebäude sind kleine Garderoben- und Werkstattschuppen, die den gemeinschaftlichen Gartenfeldern zugeordnet sind.

In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden in der Nähe des künftigen Gartenareals Gebäudereste eines römischen Gutshofs gefunden. Auf dem Gebiet der künftigen Gärten werden noch weitere römische Mauerreste und Funde vermutet. Die Archäologie des Amts für Städtebau untersucht derzeit das Gebiet und wird ihre Arbeiten vor Baubeginn abschliessen.

Die Anlage ist mit den Haltestellen Dunkelhölzli und Salzweg bereits durch den öffentlichen Verkehr erschlossen. Parkplätze für Autos und Fahrräder werden den Gärtnerinnen und Gärtnern bei den Hauptzugängen zum Areal an der Dunkelhölzlistrasse und beim Salzweg eingerichtet.

Die Arbeiten beginnen 2018 mit umfassenden Bodensanierungsmassnahmen. Die sanierten Böden können erst nach einer Ruhefrist von zwei Jahren genutzt werden, Teilflächen ohne Bodensanierung frühestens 2019. Bei genügender Nachfrage wird die Infrastruktur ab 2020 in einer zweiten Bauetappe ausgebaut.»

Quelle: Medienmitteilung Stadtrat Zürich, 21. Dezember 2016

Wie organisieren wir unsere Umwelt, unsere Nahrungsmittelproduktion, unseren öffentlichen Raum und unser Zusammenleben? Was tragen wir zum Gemeinwohl bei? Was ist uns wertvoll?

Der Landstrich Dunkelhölzli am Westrand von Zürich ist vier mal so gross wie die Josefwiese –   rund acht Hektaren. Früher war hier Landwirtschaft, jetzt plant die Stadt eine grüne Oase für die breite Bevölkerung. Der Verein Grünhölzli begrüsst diesen Plan und hat eine Vision, wie das Areal zum Leben erweckt werden könnte: Wir nennen es Grünhölzli.

Grünhölzli steht für einen modernen Stadtpark als Experimentierfeld, versteht sich als Kompetenzzentrum für Stadtgärten und urbane Landwirtschaft mit integrierter Naherholung. Hier wird zusammengeführt, was zusammengehört: Charmante Gewächshäuser einer alten Gärtnerei stehen geografisch im Zentrum – in Kombination mit wertvollem Kulturland rundherum. In den grosszügigen Gemeinschaftsgärten bauen verschiedene Gruppen und Familien Gemüse, Kräuter, Blumen und Obst an. Die Gärten sind in eine offene und naturnah gestaltete Landschaft eingebettet.

Neben dem Gärtnern kompostiert man gemeinsam, zieht Setzlinge an und tauscht Produkte, Ideen und Geschichten aus. Der ganze Betrieb ist offen und durchlässig, er orientiert sich an den Bedürfnissen des Quartiers. Wer sich aktiv einbringt, gestaltet mit.

Zudem werden hier die Früchte aus dem Garten direkt verarbeitet, Werkzeuge repariert, Schulungen und Treffen organisiert. Man trifft sich in der Gewächshaus-Beiz, welche das Gemüse direkt vom Areal zubereitet. In den grossen Räumen der Glashäuser werden auch Konzerte gegeben oder Theater aufgeführt.

Grünhölzli hat eine überregionale Ausstrahlung: Mit diesem Leuchtturm geht Zürich als Pionierin beim Thema urbane Landwirtschaft voran und leistet einen konkreten Beitrag in der Diskussion über zukunftsfähige Ernährung.

Im Tages-Anzeiger: Familiengärten verschwinden

Zürich boomt und das bleibt nicht ohne Folgen: Da in den Randquartieren Albisrieden, Altstetten, Affoltern, Oerlikon und Schwammendingen zuhauf Wohnblöcke hochgezogen werden und die Schulen und Infrastukturbauten nicht von den Investoren, sondern von der öffentlichen Hand erstellt werden müssen, kommen die bestehenden Gartenareale unter Druck. Hunderte von Familiengärten werden in den nächsten Jahren verschwinden. Der Tagesanzeiger berichtet darüber. Grünhölzli möchte neue Formen des Gärtnerns unterstützen. Auch im verdichteten Zürich wird es mit neuen Gartenmodellen möglich sein das Gartenglück zu erfahren.